Der Beruf der staatlich anerkannten ErzieherIn entstand aus ursprünglich 3 verschiedenen eigenständigen Berufen. Schon 1928 wurden die beiden Berufe "KindergärtnerIn" und "HortnerIn" zusammengefasst.
Zur nächsten Vereinigung mit dem Beruf "Jugend - und HeimerzieherIn" kam es zwischen 1962 und 1972 in den einzelnen Bundesländern Westdeutschlands jeweils verschieden.
1990 wurden im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands ähnliche Berufsausbildungen in den östlichen Bundesländern in den Beruf der Erzieherin integriert. Dies führte dazu, dass die heutige Ausbildung dazu befähigt, in allen Bundesländern als sozialpädagogische Fachkraft in vielseitigen Bereichen der Jugendhilfe eigenverantwortlich und selbständig arbeiten können.
ErzieherInnen werden überwiegend in Tageseinrichtungen für Kinder, in Einrichtungen der Heimerziehung und sonstigen betreuten Wohnformen, sowie zunehmend in Freizeitangeboten und Ferieneinrichtungen der Jugendarbeit tätig. Träger dieser Einrichtungen sind Kommunen, freie Wohlfahrtsverbände, Kirchen und sonstige Träger der freien Jugendhilfe, wie z.B. Elternverein.
Die ErzieherInnen sind nach den LehrerInnen die zahlenmäßig größte Berufsgruppe des gesamten Bildungs-, Sozial-, und Erziehungswesen. Etwa 247.000 ErzieherInnen waren Mitte der 90er Jahre im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe erwerbstätig. Der Beruf der ErzieherIn ist schon immer mehr ein Frauenberuf gewesen und bis heute auch geblieben. Der Anteil an Männern ist ...nie über die 7%-Marke gesprungen. Die Altersstruktur hat sich dagegen verändert. 1974 waren 40% der Erzieherinnen jünger als 25 Jahre und fast 37% zwischen 25 und 40 Jahren alt. 1990 waren fast zwei Drittel der Erzieherinnen zwischen 25 und 40 Jahren, und nicht einmal 20% waren unter 25 Jahre alt.
ErzieherInnen können in Kindergärten, Tagesstätten, im Hort arbeiten, in Außenwohngruppen für Jugendliche, in Grundschulförderklassen, Jugendhäuser, in der Beratung, als Kinderdorfmutter, ebenso auch mit behinderten Menschen, sei es in Behindertenschulen, Werkstätten oder Wohnheimen.
Ein mittlerer Bildungsabschluss und eine berufspraktische Vorbildung sind die Voraussetzungen für die ErzieherInnenausbildung. Die berufspraktische Vorbildung wird in den Bundesländern verschieden definiert: normalerweise ist eine einschlägige Berufsausbildung Bedingung für die Aufnahme an Fachschulen bzw. Fachakademien (in Bayern), allerdings differieren die Alternativen von einem einjährigen Vorpraktikum bis hin zu nicht einschlägigen Berufsausbildungen. Durch dieses verlangte Vorpraktikum kommt ihr auf 4 Jahre Ausbildung, 3 Jahre davon werden durch die Fachschulen für Sozialpädagogik gemacht. 3 Jahre davon hat man Vollzeitunterricht an der Schule, der sich in fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht gliedert. Die verschiedenen Fächer erwähne ich wie folgt:
Mittlerweile wurden häufig die Fächer Psychologie und Pädagogik als "Erziehungswissenschaften" zusammengefasst.
Im ersten Schuljahr hatte ich 7 Wochen Praktikum im Kindergartenbereich.
In den Sommerferien zwischen den beiden Jahren mussten wir eine Ferienfreizeit mit Kindern leiten und im 2. Schuljahr 6 Wochen Praktikum im Jugendbereich oder Behindertenbereich.
Nach diesen 2 Jahren Schule stehen die Prüfungen ins Haus. Pflicht sind die 3 Hauptfächer Psychologie, Pädagogik und Praxis- & Methodenlehre. Zwei davon muss man schriftlich machen, das dritte Fach mündlich. Als 3. schriftliche Prüfung kann man sich entscheiden zwischen deutsch und Kinder- & Jugendliteratur. (1997 war es noch so, dass man eine praktische Prüfung in einer Einrichtung ablegen musste, so wie eine Lehrprobe, was aber seit 1998 abgeschafft wurde, zumindest in Baden-Württemberg).
Danach hat man den Abschluss der staatlich geprüften Erzieherin. Im Anschluss daran folgt noch ein Anerkennungsjahr. Dieses habe ich ebenfalls im Kindergarten gemacht. Begleitet wird man durch eine/n LehrerIn der Fachschule, man hat auch hier Lehrproben, schreibt Ausarbeitungen, hat ca. 8 Fortbildungstage in der Schule und muss eine Jahresarbeit/Praktikumsbericht schreiben. Wenn diese schlechtestens mit 4 bewertet wurde, hat man im Anschluss daran noch ein Kolloquium, in dem über die Jahresarbeit und das Praxisjahr geredet wird, und hat man auch diese Hürde genommen, darf man sich staatlich anerkannte Erzieherin nennen.
Alles in allem war die Ausbildung nicht schwierig, da viele Fächer aufeinander aufbauen. Das Schwierigste daran, diese zu ertragen war, dass eben fast nur Frauen in der Klasse saßen und zu viele Frauen auf einem Haufen etwas schwierig werden können, zudem die Altersmischung zwischen 16 und 28 Jahren war.
Was noch zu erwähnen wäre, zum Beispiel in Kindergärten ist es oft der Fall, dass man leider in solche Einrichtungen kommt, in denen eine Hierarchie herrscht und man seine Standpunkte schwierig vertreten kann. Viele ErzieherInnen wollen nur so weiterarbeiten, wie sie es seit 20 Jahren kennen und es kommt leider leicht zu Mobbing. Daher möchte ich euch empfehlen, auch für das Vorpraktikum, euch erst verschiedene Einrichtungen anzuschauen und evtl. mal einen oder zwei Tage dort zu hospitieren, dann seht ihr auch gleich, wie dort gearbeitet wird. Lasst euch die Konzeptionen erklären, denn es gibt in der Pädagogik viele verschiedenen Arten zu arbeiten und Kindergarten ist nicht gleich Kindergarten.Zum Gehalt ist noch zu sagen: Im Vorpraktikum ist unter 18 Jahren üblich, 400 DM monatlich zu erhalten, weil ihr noch 1,5 Tage Berufsschule habt in der Woche, ab 18 Jahren 500 DM ohne Schule! Im Anerkennungsjahr erhaltet ihr 1500 netto und danach ca. 2300 netto. (bei Steuerkarte eins, bei einem Alter von ca. Anfang 20-Mitte 20)
In den letzten Jahren hat sich bezüglich Unterrichtsfächern und Ablauf der Ausbildung einiges geändert, wer also Interesse an diesem Beruf hat sollte sich den aktuellsten Stand beim Arbeitsamt oder einer Fachschule für Sozialpädagogik einholen. Diese meine Beschreibung zum Berufsbild beinhaltet die Ausbildung Mitte der 90er!
Ferner ist noch zu erwähnen, dass die Ausbildung je nach Bundesland auch anders verläuft!
Schaut doch selbst mal bei der Fachschule für Sozialpädagogik in Herrenberg vorbei.
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